M&E Druckhaus, Belm

Roboter-gestützte Plattenversorgung für eine hochautomatisierte Druckerei

Meinders & Elstermann ist ein Familienunternehmen mit 135-jähriger Geschichte und als vollstufige Druckerei grundsolide aufgestellt. Am Standort Belm (bei Osnabrück) arbeiten rund 150 Mitarbeiter unter anderem an drei 8-Farben- und einer 10-Farben-Bogenoffset-Maschine sowie einer hochmodernen Buchbinderei. Die Prozesse werden stetig optimiert und ein wichtiger Teil dieser Prozessoptimierung fand vor wenigen Monaten in der Plattenproduktion statt, wo gemeinsam mit BEIL Systems die Plattenlogistik neu gestaltet wurde.

Das M&E Druckhaus ist mit seinem hochmodernen Maschinenpark in der Lage, auch innerhalb kürzester Zeit sehr hochvolumige und komplexe Aufträge zu realisieren. Je nach Kundenwunsch kann die Fertigungstiefe vom Erstellen der Daten bis zu abschließenden Lettershop-Arbeiten alles Produktionsstufen umfassen.

Immer mehr Druckplatten benötigt

Schon die Einführung eines neuen MIS-Systems im Jahr 2016 erfolgte unter dem Aspekt einer zukünftigen Voll-Vernetzung des gesamten Betriebes. Zwei Jahre später wurde das Produktions-System aktualisiert und unter anderem die klassische Auftragstasche in Papierform schnell obsolet. Die Vernetzung aller Maschinen war unabdingbar, um die Prozesse und die dazu notwendigen Informationen zuverlässig zu transportieren. 

Eine räumliche Änderung machte einen Ersatz der bisher verwendeten Plattenproduktionslinie notwendig, so dass schon bei der Planung deutlich weniger Raum zur Verfügung stand. Waren vor der Umstellung noch klassische Thermal-Platten im Einsatz, wurden diese im Sinne des ökologischen Gedankens, von prozesslosen Platten abgelöst. 

Höchstmögliche Automatisierung angestrebt

Durch die immer stärker und schneller voranschreitende Versionierung in kleine Teil-Auflagen sind vor allem die Anzahl der erforderlichen Druckplatten und die damit einhergehenden Anforderungen an die hausinterne Logistik in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Dies machte eine zuverlässigere und einfachere Lösung der Druckplatten-Produktion nötig. So sollen die Zeiten, welche die Mitarbeiter an der Anlage verbringen, reduziert werden. Diese waren in der alten Konfiguration mit einem Multi-Kassetten-Loader und einen Skid-Loader sowie der manuellen Bestückung der Shooter relativ hoch.

Durch das M&E Druckhaus wurde eine höchstmögliche Automatisierung aller Prozessschritte angestrebt und die Möglichkeit, die Anlage ohne Personal autark laufen zu lassen. Natürlich war auch die Zuverlässigkeit ein großes Thema, ebenso wie der Plattendurchsatz. Während der Lieferant bei den Belichtern beibehalten wurde, suchte M&E Druckhaus für die Logistik der Platten einen neuen, starken und zuverlässigen Partner. BEIL Systems konnte vor allem auch mit einer innovativen Lösung der Plattenzuführung überzeugen.

Zu diesem Konzept gehört ein 6-Achs-Roboter, der nun in der Plattenproduktion bei Meinders & Elstermann die Platten von unterschiedlichen Paletten abnehmen kann, das Zwischenlagepapier jeweils in einer Papierbox deponiert und die Platten – ohne die Emulsionsschicht zu berühren – präzise auf Rollenbahnen ablegt, welche die Platten bis zu den Belichtern führen.

Nach den beiden Belichtern werden die Platten ebenso vollautomatisch an einer Biegestation für die Heidelberg Speedmaster XL 106 vorbereitet und anschließend im Stapel-Bereich gezielt auf zehn verschiedenen Plattenwagen abgelegt. Die Zuordnung erfolgt hierbei nach der vorherigen Disposition je Maschine über eine direkte Schnittstelle zu Prinect.

Bei dem kompletten Prozess werden die Druckplatten über Barcodeleser abgetastet und getrackt. Die Biegemaschine könnte – abhängig von der Belichterleistung – bis zu 210 Platten pro Stunde bewältigen.

Seit September 2020 in Betrieb

Die Bestellung war im Frühjahr 2020 erfolgt und die Inbetriebnahme in Belm zur Drupa 2020 – also im Juni – geplant. Unter anderem durch die Corona-Krise verzögerte sich der Aufbau und die letztendliche Inbetriebnahme bis in den August. Mit dem vollständigen Abbau der alten Anlage wurde die neue Anlage schließlich vollumfänglich im September in die Produktion genommen.

Für die Mitarbeiter war vieles neu – nicht nur die Technik, sondern auch die neuen Prozesse in einem veränderten räumlichen Umfeld. In vielen Bereichen bringt der neue Workflow jetzt deutliche Zeiteinsparungen. Die reine Belichtungsleistung erhöhte sich um 12 Platten je Stunde, zudem fallen viele Zeiten bei der Bestückung der Anlage weg. Sollte die Plattenmenge weiterhin steigen, kann die Anlage noch um einen weiteren Belichter erweitert werden.

Fazit

Nach einigen Anpassungen in den ersten Wochen läuft die Produktion nach Aussage von Vorstufenleiter Marco Rassfeld nun teilweise vollkommen autark. Die umgebenden Prozesse sind zu großen Teilen etabliert und zeigen eine deutliche Besserung gegenüber den bisherigen Abläufen. Durch die Tatsache, dass die Plattenzuführung nach den modernsten Standards umgesetzt wurde, ist die Zusammenarbeit mit Beil Systems sehr eng. Marco Rassfeld: „Die Kommunikation ist stets sehr konstruktiv und lösungsorientiert, so dass man gemeinsam an dem Projekt arbeitet und das Projekt gemeinsam weiterentwickelt. Auch die Abstimmung mit den weiteren Lieferanten lief ohne Probleme und war und ist absolut lösungsorientiert.“